Heute war es soweit, wir hatten unseren Termin für die Kanalinspektion, da für unser Wohngebiet aufgrund des in der Nähe befindlichen Wasserwerks eine kürzere Frist für die Durchführung der bundesweit vorgeschriebenen Dichtigkeitsprüfung festgesetzt wurde. Um kurz nach sieben Uhr morgens traf das Rohrreinigungsunternehmen ein, und öffnete erstmal die Revisionsklappe im Heizungskeller.

Anstelle eines rechteckigen Zugangs zur Grundleitung (welche unter bzw. in der Bodenplatte des Gebäudes liegt) ist bei unserem Hasenbau lediglich ein ca. 10cm großes Loch zum Spülen vorgesehen. Dies ist jedoch im Moment nicht weiter störend, da es heute nur um eine Reinigung und Inspektion gehen soll. Also wurde die fernbedienbare Hochdruck-Reinigungspumpe im Wagen gestartet

und die gesamte Rohranlage unter dem Haus und unter dem Vorgarten bis zur Grundstücksgrenze mit einem Fräskopf und viel Wasser von störenden Ablagerungen befreit. Dann kam die Kamera zum Einsatz:

Das hell leuchtende Teil ist der fernbedienbare Kamerakopf, welcher über ein vergleichsweise dünnes aber sehr stabiles (GFK-?) Kabel mit dem großen Kasten verbunden ist. Hierin befindet sich ein spezieller PC der die Bilder mit den Längenangaben und Kommentaren aufzeichnet. Dies sieht dann in einem normalen 100er Grundleitungsrohr (Tonröhre) so aus:

Beim Untersuchen der Leitung fanden die Inspekteure neben dutzenden defekten Übergängen von Rohr zu Rohr (die Tonröhren sind einfach ineinander gesteckt) plötzlich und unerwartet einen weiteren Prüf- bzw. Revisionsschacht, welchen wir dann gemeinsam erst einmal über Tage suchen mussten. Wir fanden ihn im Vorraum vor der Keller-Außentreppe unter dort abgestelltem Kücheninventar und unter dem Kunstrasenboden:

Also schnell Blechdeckel geöffnet und den Stopfen auf dem Rohranschluß entfernt, und siehe da, wer ist schon längst da?

Der kleine Kameraschlumpf 🙂
Im Anschluß wurden alle Rohrleitungswege genau aufgezeichnet und deren Lage im Boden skizziert und viele Video- und Standbildaufnahmen von den verschiedenen Schadstellen gemacht. Diese werden wir in einigen Tagen zusammen mit einem ausführlichen Bericht und einem Angebot über die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen bekommen. Nach der Sanierung, mit deren finanziellen Auswirkungen wir nicht unbedingt gerechnet hatten, wird eine neue Inspektion vorgenommen und anschließend die vorgeschriebene Dichtigkeitsprüfung zur Vorlage bei der Gemeindeverwaltung durchgeführt. Wir werden berichten.