Nachdem der Hase seine Pfoten wieder einigermaßen benutzen konnte, machte er sich weitere Gedanken um die automatisierte Steuerung und Überwachung einiger Prozesse in der Hasenhöhle, wie Temperaturen, Türen und das Licht. Die bislang zwar gut funktionierende PIC Prozessor basierende Lösung war für den längerfristigen Einsatz zu unflexibel geworden. Daher sollte jetzt eine „Haussteuerung 2.0“ in Form einer PC basierenden Lösung realisiert werden.
So wurde kurzerhand ein energiesparender Kleincomputer (Asus eee Box B202) erworben, der im Betrieb deutlich unter 20 Watt Energiebedarf hat:

Natürlich musste das standardmäßig vorinstallierte Windows erst einmal als datentechnischer Sondermüll entsorgt werden und einem richtigen Betriebssystem weichen (Ubuntu Server 8.04). Dann wurden die notwendigen 1-wire Treiber compiliert, um die vorhandene Sensorinfrastruktur in der Hasenhöhle anzubinden. Über die USB und Ethernet Anschlüsse kann der Rechner nach außen kommunizieren, hier wurde dann zusätzlich auch noch ein neues serielles 4-zeiliges Display angeschlossen.

Dieses bietet in dieser Ausführung ebenso wie die ehemalige PIC Lösung 4 frei programmierbare Status-LEDs aber zusätzlich noch eine kleine Navigations-Tastatur, um später interaktiv mit dem System in Kontakt treten zu können, ohne an einen PC im Haus gehen zu müssen.
Der Hase wollte natürlich auch das Gira Funkbussystem für die Lichtsteuerung in die Automation integrieren, da hierdurch zum Beispiel prima wiederkehrende zeitgesteuerte Aufgaben zentral erledigt werden können. Leider gibt es keine fertige Lösung am Markt, um das Gira System in eine TCP/IP basierende Infrastruktur einzubinden. Da das Funkbussystem auf dem so genannten Instafunk Protokoll der Firma Insta aufbaut, gibt es aber eine akzeptable Lösung: So wurde einfach schnell eine eigene Schaltung zusammen geschustert und ein kommerzielles serielles Sende-Empfangsmodul von Insta via USB Wandler an den Steuerrechner angeschlossen:

Vielleicht gibt es irgendwann auch noch ein schickes Gehäuse mit einer vernünftigen Antenne anstelle des Viertelwellen-Drahtes …
Nun musste noch ein wenig Software geschrieben werden, und voilà … fertig ist das Hasenhöhlen Monitoring & Control System 🙂 Neben der lokalen Anzeige im LCD Display im Flur ist dank der Vernetzung auch ein Zugriff über eine Web-Oberfläche möglich, welche sogar von Unterwegs vom iPhone bedienbar ist …
Eine Infoseite mit dem tagesaktuellen Temperaturverlauf (Wohnzimmer, Keller, Heizkreis, Aussen) bietet einen schnellen Überblick über die aktuellen Gegebenheiten in der Höhle:

Natürlich wird auch der Status der Tür- und Fensterkontakte im Keller angezeigt …

Die Steuerung der Lichtquellen kann über die Oberfläche per Knopfdruck erfolgen …

… oder zeitgesteuert entweder zu fest vorgegebenen Zeiten (zum Beispiel werden wochentags um 08:15 Uhr alle Lichter ausgeschaltet, falls man das im morgendlichen Trott vor dem Verlassen der Höhle nicht gemacht hat) oder zu den berechneten Sonnenauf- und Untergangszeiten (zum Beispiel für das Herauf- oder Herunterfahren der Jalousien oder das Einschalten des kleinen Lichts im Windfang):

So schön das neue Hasenspielzeug auch funktioniert, einen Nachteil kann man nicht von der Hand weisen; es führt zu einem immer größer anwachsenden Verkabelungschaos in der Kammer, wo die zentrale Technik ihren Platz gefunden hat:

Da nun schon einmal ein PC im Dauerbetrieb zur Verfügung steht, bot es sich an, diesen auch als VPN Tunnelende für entsprechende Fernverbindungen zu benutzen. Auch bietet er sich als Dateiserver für Daten an, die man eventuell mal von Unterwegs abrufen möchte …